2010-03-21
Eine tolle Veranstaltung mit einundsechzig Teilnehmern (neun Damen und zweiundfünfzig Herren) ist beendet – die "alten" Staatsmeister - Birgit Coufal (SAS Wien) und Aqeel Rehman (S) - konnten ihre Titel zum jeweils dritten Mal erfolgreich verteidigen.
Wie wohl die meisten Akteure und Zuschauer waren auch die anwesenden Squash All Stars sehr angetan von der Art, wie unsere Bad Vöslauer Sportfreunde diesen gelungenen Event sehr ambitioniert gemanagt und uns so ein weiteres schönes Sporterlebnis beschert haben - die Latte liegt damit für den nächsten Ausrichter wieder ein Stück höher. Ein herzliches Dankeschön an alle Mitarbeiter auch von unserer Seite!
Leider waren diesmal - trotz des nahen Austragungsortes - nur fünf SAS-Teilnehmer am Start. Für diese wenigen allerdings lief das Turnier - jeweils gemessen an ihrem persönlichen Potential - sehr erfolgreich ab:
Birgit Coufal erreichte das Finale mit "lockeren" 3:0–Erfolgen gegen Anja Kaserer (T) und Judith Gradnitzer (St).
Hier wartete dann Rekord-Meisterin Pamela Pancis (S), die nach längerer Pause wieder ins Turniergeschehen einstieg und - nur vier Monate nach der Geburt ihres Sohnes Noel, der sich hier erfolgreich im "Nick Knatterton"-Look präsentierte - mit einer durchaus erstaunlichen Leistung aufwartete.
Birgit startete dank ihres druckvollen Spiels souverän mit einer schnellen 2:0- Satz-Führung, doch plötzlich fand Pamela im dritten Satz wesentlich besser ins Spiel und konnte diesen für sich verbuchen.
Der folgende Satz war dann heiß umkämpft, es gab viele Lets und Strokes und die Angelegenheit blieb bis zum Schluß äußerst spannend.
Bei 10:8 hatte Birgit dann ihre ersten Matchbälle, welche Pamela beide abwehren konnte. Letztendlich wurde das Match durch eine Stroke-Entscheidung gegen Pamela beendet - mit diesem 3:1-Sieg konnte Birgit ihren bereits vierten Staatsmeistertitel in Folge erringen.
Christian Coufal (als Nummer 6 gesetzt) erreichte mit glatten 3:0-Siegen gegen Manfred Lechner (NÖ) und Marco Staller (T) das Viertelfinale, wo Stefan Brauneis (NÖ) auf ihn wartete. Zuletzt war Christian in der Bundesliga Stefan noch mit 0:3 unterlegen, aber an diesem Tag wollte er es genau wissen und war bis in die letzten Haarspitzen voll motiviert.
So gab es dann ein phänomenales Match über neunzig Minuten, wobei Christian im vierten Satz sogar zwei Matchbälle abwehren mußte. Im Entscheidungssatz konnte Christian dann noch einen Zahn zulegen – er wollte diesen Sieg unbedingt.
Stefan hatte mit so einer großartigen Leistung offenbar nicht gerechnet, wirkte phasenweise ratlos und schien am Ende seiner physischen und auch psychischen Kräfte. Auch ein Time-Out nach einem Ausrutscher von Stefan beim Stand von 7:4 für Christian konnte diesen nicht mehr aus dem Rhythmus bringen, und er spielte den erhofften Triumph souverän nach Hause!
Im Halbfinale hielt Christian dann auch gegen den späteren Sieger Aqeel Rehman (S) gut mit, aber das vorangegangene Match hatte doch zu viel Substanz gekostet und so ging dieses Match ohne Satzgewinn verloren.
Im Spiel um den dritten Platz ging Christian (angesichts der vorangegangenen Anstrengungen durchaus überraschend) zunächst mit 1:0 gegen Andreas Fuchs (W) in Führung, mußte sich nach einer starken Leistung dem solide agierenden Ex-Staatsmeister aber letztlich doch in vier Sätzen geschlagen geben.
Dieser vierte Platz bedeutete für Christian nicht nur seinen bisherigen Karrierehöhepunkt, sondern sicherte ihm auch einen Platz in Nationalteam und damit die Teilnahme an der Europameisterschaft Ende April in Aix-en-Provence (FRA).
Unsere verläßliche Bundesliga-Stütze aus der Steiermark, Klaus Pfeifer (als Nummer 5 gesetzt) hatte zunächst mit Thomas Messerer (NÖ) keine und Mario Polak (W) nur geringe Probleme (jeweils 3:0), gefolgt von einer papierformgemäßen 0:3-Niederlage gegen Andreas Fuchs.
Gegen Rehan van der Merwe (OÖ) lief zu Beginn ebenfalls alles für Klaus in Richtung Platz fünf, nach 0:2-Satzrückstand wendete sich das Blatt jedoch überraschend zugunsten von Rehan, der die weiteren Sätze für sich entscheiden konnte.
Damit erreichte Klaus letztlich Rang sieben, da Stefan Brauneis nach seiner Viertelfinalniederlage am Schlußtag zu den Spielen um die Plätze fünf bis acht nicht mehr antrat.
Manuel Kurzweil gewann sein "Qualifikationsmatch" gegen Bruno List (NÖ) mit 3:0 und hatte danach den für ihn (noch) unschlagbaren Bad Vöslauer Tischlermeister Wolfgang Tretthann zum Gegner, der hier aber dennoch einen Satz abgeben mußte (und im übrigen auch das Siegerpodest zur gelungenen Veranstaltung beisteuerte).
In der Folge konnte sich Sebastian Köberl (NÖ) für seine jüngste Fünf-Satz-Niederlage revanchieren und Manuel mußte hier eine 3:1-Niederlage hinnehmen. Die Plätze 21-24 wurden wegen Zeitmangels dann nicht mehr ausgespielt, sodaß für Manuel das Turnier bereits nach diesen drei Matches beendet war.
Peter Engelmeyer (diesmal leider der einzige aus unserer Oldie-Riege) erreichte nach zwei klaren Niederlagen gegen die übermächtigen Simon Wieser (T) und Lukas Albrecht (W), zwei Siegen gegen Martin Bank (NÖ) bzw. Bernhard Vacek (W) sowie einem knappen 9:11/9:11/9:11 (!) im bereits vierten (!) Saisonduell mit Helmut Klausser (W) den 50. Platz und kann sich nach solider Leistung über seine bisher erfolgreichste ÖM-Teilnahme freuen.
P.S.: Für die Coufal-Geschwister gab es dann nach dem Turnier als "Sonderpreis" noch eine Dopingkontrolle, die bei beiden doch einige Zeit in Anspruch nahm, da die Proben nach solchen Anstrengungen doch nicht so schnell zu "produzieren" waren ;-)




