2010-02-21
Unser ursprünglicher Vorsatz, eine "billige" Runde durchzuziehen, wurde letztlich wieder verworfen, da Stephen Coppinger am Finaltag nicht zur Verfügung gestanden wäre und wir für die Finalrunde doch einen Spitzenplatz, sprich Titel mit Europacupteilnahme anpeilen.
So sprang kurzfristig die ungarische Nummer 1 Mark Krajcsak (aktuelle # 47 der PSA-Weltrangliste) ein, der zwar durch seine beiden Siege die erste SAS-Niederlage in der laufenden Saison auch nicht verhindern, dafür aber den Spitzenplatz in der Abschlußtabelle des Grunddurchganges sichern konnte.
Christian Coufal startete als Nr. 3 gegen Andreas Freudensprung trotz leichter Nervosität ganz gut und hielt bis zum Satzende mit, geriet aber doch mit 1:0 in Rückstand. Im zweiten Satz lief es bedeutend besser und der Satz ging recht klar nun an Christian.
Aber Happy spielte vor dem (etwas spärlichen) Heimpublikum die nächsten Sätze konzentrierter und etwas druckvoller, hatte meist eine bessere Länge im Court und einige hochklassige und lange Ballwechsel im 3. Satz verlangten beiden (fast) alles ab. Christian kostete das etwas zuviel Substanz, und so spielte Happy den ersten Sieg für Mödling heim.
Tomas Toth als Nr. 2 startete recht gut, vollierte sehr viele Bälle und konnte den Engländer Chris Truswell (ENG) so im hinteren Courtbereich halten. Dennoch ging der erste Satz knapp verloren, doch unser slowakischer Legionär konnte den Satzgleichstand herstellen. Aber in der Folge agierte Truswell dann wesentlich besser, spielte speziell im vorderen Courtbereich mehrere exzellente Stops und setzte sich schließlich mit 3:1 durch.
Manuel Kurzweil spielte gegen Erich Streit – für Manuel eine Herausforderung, der er sich phasenweise sehr gut stellte, aber letztendlich gegen den doch viel routinierteren Erich 3:0 verlor.
Mark Krajcsak war wie erhofft eine Klasse für sich, beschäftigte den ehemaligen Top-5-Weltklassespieler John Williams (AUS) mit Stops, Volleys, druckvollen Longlines, Lobs, etc. etc.
Trotz geschundener Verschnaufpausen war Williams dem hohen Tempo nicht gewachsen und Mark gewann souverän 3:0.
In dieser letzten Begegnung des Grunddurchganges ging es für unsere Mannschaft nur noch um die Klärung, ob wir als Erster oder Zweiter den Grunddurchgang beenden.
Gleich das erste Match war höchst dramatisch und spannend. Unser "Kernöl"-Legionär Klaus Pfeifer hatte einen guten Start und konnte den ersten Satz gegen den derzeit besten heimischen Jugendlichen Marcus Greslehner nach hartem Kampf mit 11:8 für sich entscheiden.
Auch die beiden folgenden Sätze entwickelten sich genauso wie der erste, in dem die Führung ständig wechselte, und beide Spieler konnten je einen knapp für sich entscheiden.
Klaus führte 2:1 und hatte im vierten Satz bei 10:8 zwei Matchbälle, bei denen er um eine kleine Spur zuwenig konsequent spielte, und so ging es in die Verlängerung. Bei 10:10 hatte dann Marcus etwas mehr Glück und entschied diesen Satz noch für sich.
Der Entscheidungssatz entwickelte sich dann zum nervenzerfetzenden Krimi. Klaus lag 0:4 zurück, kämpfte sich aber heldenhaft wieder auf 5:6 heran, dann stand es 7:8 und nach zwei schönen Bällen hatte Marcus drei Matchbälle.
Klaus zeigte keine Nerven, mobilisierte trotz überstandener Verkühlung seine allerletzten Reserven und glich auf 10:10 aus. Dann hatte Marcus den nächsten Matchball, und dann kam es im linken Courteck vorne zu einer unglücklichen Situation:
Marcus spielt einen Stop, Klaus kam nur knapp vorbei, wollte schlagen, aber durch einen Körperkontakt mit Marcus kam er aus der Balance und konnte seinen Schlag nicht so durchführen wie er wollte, verlangte im Fallen sofort ein Let.
Schiedsrichter Stefan Brauneis überlegte einige Zeit und entschied auf "No Let".
Heftige Reklamationen von Klaus und den All Stars im Publikum brachten auch nach längeren Diskussionen keine Änderung. "Brownie" blieb bei seiner Entscheidung. Sehr kurios und fragwürdig, da dieser Ballwechsel eigentlich Klaus zuzusprechen war.
professionell gecoacht durch Clemens
Mark Krajcsak hatte dann keine Probleme mit Jakob Dirnberger der sich nur eineinhalb Sätze halbwegs wehren konnte, und stellte mit seinem 3:0-Sieg auf 1:1 in Matches.
Dann folgte gleich ein weiterer Sieg von unserem 16-jährigen Youngster Manuel Kurzweil, welcher mit Gerhard Hager kein Erbarmen kannte und nicht lange brauchte, um das "Enfant Terrible" der österreichischen Squashszene in die Dusche zu schicken.
Dann spielte noch Christian Coufal gegen Stefan Brauneis und geriet hier schnell mit 0:4 in Rückstand, kämpfte sich dann aber bravourös mit guten Bällen und Kampfgeist auf 7:8 heran, wehrte dann bei 7:10 sogar drei Satzbälle ab, mußte sich am Ende aber mit 10:12 geschlagen geben.
Auch im zweiten Satz stand es rasch 1:4 gegen Christian, diesmal konnte er jedoch nicht mehr zurückschlagen, und Stefan gewann klar mit 11:4.
Im dritten Satz schien sich das Blatt zu wenden - Christian spielte sehr gut und erkämpfte mit aggressivem Spiel und guten langen Bällen Punkt um Punkt.
Bei 9:4 schien er den Satz schon fast in der Tasche zu haben, doch ein Glücksball von Stefan sowie ein mißglückter Return machten den Satz nochmals spannend, denn nach weiteren vier gewonnenen Ballwechseln führte Stefan mit 10:9.
Christian wehrte den ersten Matchball gekonnt mit einem seiner Spezialbälle, dem Trickleboast links vorne ab. Aber Stefan machte dann mit 12:10 doch noch den Sack zu, und somit endete diese Partie 2:2, was uns den ersten Platz in der Abschlußtabelle des Grunddurchgangs sicherte.
Im Final Four am 23./24. April im Manhattan Nord geht es im Semifinale zunächst gegen das Squashteam Tirol, und dann werden wir weitersehen ...









